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Mittwoch, 16. November 2016

"Du hast Dich verändert."

In letzter Zeit quält mich öfter der Gedanke ob ich mich denn Verändert habe. Und dazu kamen mir einige ganz interessante Gedanken. Ab wann heißt es denn man hat sich Verändert? Wie muss man es sagen um nicht sofort zu glauben es wäre etwas negatives? Oder warum überhaupt kann man auf die Idee kommen sich negativ Verändert zu haben? Ganz speziell rede ich jetzt einmal von mir. Wenn man zu mir kommt und dies sagen würde, wüsste ich nicht genau was ich damit anfangen sollte. Für mich klingt diese Aussage meistens eher schlecht. Tatsache ist aber, dass die besagten Personen die diesen Satz in den letzten Wochen zu mir sagten, es mehr als Positiv erdacht hatten. Da wäre ich nie drauf gekommen! 



Und erst dann als man es mir gesagt hatte, wurde mir bewusst wie recht sie doch hatten. Vor zwei Jahren hatte ich eine ziemlich schwierige Zeit in meinem Leben. Es ging mir so schlecht, dass ich für drei Monate in die Klinik eingewiesen wurde. Einige von euch machen sicher große Augen wenn sie so etwas lesen, aber dabei ist es weniger schlimm als wie es klingt. Eine Klinik dieser Art ist nicht sofort mit dem schlimmsten zu verbinden, denn diese sorgt auch dafür, dass man mit sich selbst wieder mehr in 'Einklang' kommt. Du kommst dorthin, man redet jeden Tag mit dir über deine Veränderungen und deine Wünsche, man kümmert sich um Dich, gibt dir die Möglichkeit verschiedene sportliche Aktivitäten zu meistern damit du nicht in den Alltagstrott verfällst. Es ist eine Stütze um dir den Halt, den du eben in deinem Leben verloren hast, zu geben bis du dich wieder von alleine stützen kannst.

In diesen drei Monaten hatte ich Zeit mehr über mich zu erfahren, über meine psychologischen "Krankheiten" und Hintergründe mancher Laufbahnen meines Kopfes. Es war aber nicht nur eine schwierige Zeit für mich, sondern auch für meine Familie und Freunde. Niemand wusste mehr genau wie er mit mir umzugehen hatte, man fing an mich nicht mehr zu mögen, sich tausend Fragen zu stellen oder gar den Kontakt abzubrechen. Für mich allerdings blieben auch viele Fragen unbeantwortet weshalb ich das alles auf mich niederrieseln lies. Alles veränderte sich für mich und damals waren diese Veränderungen für mich weder positiv noch negativ. Ich konnte sie einfach nicht einordnen. 

Zwei Jahre sind seither vergangen und ich kann behaupten aufrechter stehen zu können als ich es damals tat. Es ist erstaunlich wie sehr sich der Körper und auch die Psyche verändern kann. Natürlich habe ich noch immer zu kämpfen mit mir, es gibt noch einige Baustellen in meinem Leben. Tag für Tag baut sie sich immer leichter ab und die Stufen führen mich zu einem glücklicheren Ich. Facebook erinnert mich lustigerweise an alte Beiträge die ich vor mehreren Jahren gepostet hatte. Einige von euch haben diese Funktion sicherlich auch! Und ich bin fast ein wenig beschämt wenn ich sehe was ich so in die Öffentlichkeit hinaus geschrien hatte. Dafür bin ich aber umso zufriedener wie ich heute bin und wie es immer besser wird. 

Ganz besonders merke ich diese Veränderung aber auch in meiner Wohnung. Nicht nur ich selbst verändere mich, sondern auch das Umfeld in dem ich Lebe. Ich gönne mir viel mehr als vorher, ich sehe das gute in den kleineren Dingen und ganz besonders schätze ich immer mehr was ich habe. 

Es ist gut sich zu Verändern, es gehört zum Leben. Und egal ob es positiv oder negativ sein sollte, man darf nie vergessen dass man auch nur ein Mensch ist. Man ist nicht Perfekt, man wächst mit seinen Fehlern heran. Wie sagt man so schön? Aus Fehlern lernt man. Was genau einer daraus zieht ist jedem selbst überlassen. 

Vielleicht werde ich mal einen Beitrag über mein altes Ich schreiben. Würde euch das interessieren? Bilder hätte ich ja zu genüge da.

Auf bald, eure Mellie

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